Wandelwerker - Der erste deutsche Arbeitsschutz Podcast

Wandelwerker - Der erste deutsche Arbeitsschutz Podcast

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:00: Die Wandelwerker haben eine Mission,

00:00:02: den

00:00:02: Arbeitsschutz

00:00:03: in den Unternehmen auf ein neues Level heben.

00:00:05: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge

00:00:07: des Wandelwerker Podcasts.

00:00:08: Den ersten deutschen Arbeitsschutz-Podcast

00:00:10: wird ganzheitliche und innovativ ideen für den Arbeitsschutz.

00:00:13: Heutzutage können Informationen

00:00:15: schnell gegeben werden.

00:00:16: Experten,

00:00:17: die

00:00:17: mit neuen

00:00:17: strategienem Methoden arbeitsunfalle nachhaltig reduzieren, sind gefragter

00:00:22: der Nehe.

00:00:22: Die Wannelwerker zeigen Geschäftsführer,

00:00:24: Sicherheitsingenieurin

00:00:25: und Fachkräftruppe, arbeitet

00:00:27: sich Schritt für Schritt, wie genau

00:00:28: das funktioniert

00:00:29: und wie damit den stagnierenden Unfallzahler

00:00:32: in Ende gesetzt wird.

00:00:33: Es gibt

00:00:33: keinen Grund, länger zu warten.

00:00:35: Jetzt ist der Zeitpunkt, um Arbeitsunfalle zu reduzieren.

00:00:39: Hallo und herzlich willkommen hier zu einer neuen Podcast-Folge im Wannelwerker-Podcast.

00:00:44: Heute grüße ich immer wieder in Interview-Gast.

00:00:46: Herzlich willkommen, Hannah Huxhol.

00:00:47: Hi.

00:00:48: Hallo, Anna.

00:00:50: Schön,

00:00:50: dass du da bist.

00:00:52: Du bist Psychologin und arbeitest bei der DGUV in der Hauptabteilung Prävention und Trauma am Arbeitsplatz.

00:01:00: In der Abteilung Prävention und Gesprächen heute über das Thema Trauma am Arbeitsplatz.

00:01:11: Vielleicht kannst du ein bisschen was zu deiner Person sagen und vor allen Dingen auch, dass du sagen, wie du zu diesem Thema gekommen bist.

00:01:17: Ja, gerne.

00:01:19: Ja, ich bin Psychologin von Hause aus und beschäftige mich auch hier bei der DGUV mit Themen rund um Psyche in der Prävention.

00:01:27: Und insofern gehört auch das Thema traumatische Ereignisse bei der Arbeit mit dazu, denn die können passieren.

00:01:34: Und ja, was man dann tun kann und auch wie man die verhindern kann, damit beschäftige ich mich.

00:01:39: Was würdest du denn sagen, so vielleicht auch noch mal so ein bisschen, um das Ganze so in den Konnex zu setzen?

00:01:44: Wie weit sind wir denn dort zum Thema Trauma, auch in der Präventionsarbeit am Arbeitsplatz?

00:01:51: Also ist das heute in vielen Unternehmen schon ein Thema oder eher nicht?

00:01:55: Würdest du jetzt mit deinem Blick auch sagen, wir haben noch eine ganze Menge zu tun?

00:01:59: Also wie würdest du das aus deiner Sicht so ein bisschen einschätzen?

00:02:04: Ich würde sagen, wir sind da schon weit gekommen.

00:02:07: In den letzten Jahren, das ist mehr und mehr Thema, aktuell merke ich auch, dass beispielsweise das Thema Gewalt ganz viel aufgegriffen wird, ganz viel thematisiert wird in Betrieben und dass das so aus der Ecke rückt, da können wir nicht drüber reden, so doch, da wollen wir drüber reden und das ist uns ein wichtiges Anliegen.

00:02:27: Okay, das ist ja mal eine gute Voraussetzung, um sich auf solchen Themen zu beschäftigen.

00:02:34: Wir wollen heute einfach so ein bisschen darüber sprechen, wo wird es zu einem Thema, also was ist vielleicht auch ein dramatisches Erlebnis, wo fängt das an und wo hört das vielleicht auch auf oder eben auch nicht, wie weit geht das?

00:02:45: Und was können eben auch Betroffene, insbesondere Erführungskräfte am Ende des Tages, tun, wenn eben ein solches dramatisches Ereignis eintritt?

00:02:55: Und da, das ist zumindest für mich auch noch nochmal eine Perspektiv-Erweiterung gewesen.

00:03:00: Es geht gar nicht immer um dieses große, schreckliche Ereignis, was auch immer das Seil mag, sondern es gibt viele Zwischenstufen dazu.

00:03:07: zwischen die am Ende des Tages auch so eine traumatische Erfahrung führen können.

00:03:12: Und ja, ich würde sagen, wir fangen einfach mal vorne an.

00:03:16: Was versteht man denn grundsätzlich unter einem traumatischen Ereignis bei der Arbeit?

00:03:22: Ja, das klären wir direkt am Anfang.

00:03:24: Das ist wichtig.

00:03:25: Genau, also traumatische Ereignisse im Arbeitskontext.

00:03:28: Das sind Notfälle, die in der Regel unerwartet auftreten, ganz plötzlich auftreten.

00:03:34: Zum Beispiel kann das sein, ein Kollege verletzt sich schwer bei der Arbeit, stürzt vom Gerüst oder Ähnliches oder Gewalt, habe ich eben schon das Stichwort genannt, Raubüberfall hat stattgefunden oder ein anderes Gewaltereignis bei der Arbeit oder ein Brandunglück mit schweren Verletzten.

00:03:56: Es kann aber auch etwas sein, was in jedem Betrieb passieren kann.

00:03:59: Kollege erleidet einen Herzinfarkt zum Beispiel im Büro.

00:04:05: Solche Dinge können traumatisch sein und die gehen oft mit ein Her mit verschiedenen Emotionen, also zum Beispiel Angst, dass man sich hilflos fühlt, Bedrohung fühlt, entsetzt ist natürlich auch gegebenenfalls auch Schuld.

00:04:21: All das kann... mit dabei sein und in der Regel haben aber solche traumatischen Ereignisse einen ganz klaren Beginn und auch ein klares Ende.

00:04:31: Ihr beschäftigt euch ja im Rahmen der Präventionsarbeit mit traumatischen Ereignissen, die auf der Arbeit passieren, oder?

00:04:40: Das ist mal das Thema, wobei ihr ja auch eure Forschung ausrichtet.

00:04:46: Wie ... wird dort auch oder vielleicht können wir da gleich nochmal drüber sprechen, wenn wir auch über die Führungskräfte sprechen, hinsichtlich Maßnahmen.

00:04:54: Wir haben ja den Arbeitsplatz oder wir haben aber auf der anderen Seite natürlich auch Menschen, die zu einem Arbeitsplatz kommen und einen Privatleben haben und wo natürlich auch traumatische Ereignisse passieren können.

00:05:06: Aber lass uns da vielleicht gleich nochmal auch im Kontext der Führungskräfte drüber sprechen.

00:05:10: Können wir gerne machen.

00:05:12: Welche Psychen folgen können denn auch solche traumatischen Erlebnisse, so wie du sie jetzt gerade beschrieben hast auf der einen Seite einmal vielleicht auch große große Knallereignisse wie jetzt Branden, schwere Arbeitsunfall, aber eben auch so Dinge wie Herzinfarkt des Kollegen, wo es ja jetzt nicht mal laut ist, sondern eher vielleicht auch ein Ereignis ist, wo man dann denkt, ja, Das ist wirklich schlimm, dass das passiert ist.

00:05:38: Aber wo man jetzt vielleicht gar nicht direkt denkt, dass dann auch jemand eine traumatische Erfahrung daraus mitnimmt.

00:05:48: Welche psychischen Folgen können solche traumatischen Ereignisse im Arbeitskontext haben?

00:05:52: Also grundsätzlich ist es so, dass ein traumatisches Ereignis oder grundsätzlich jenseits des Alltäglichen ist.

00:06:00: Also auch so etwas wie ein Kollege hat ein Herz entfragt und verstirbt.

00:06:05: ist absolut jenseits des Alltäglichen und das überfordert die psychischen Funktionen der Betroffenen.

00:06:12: Betroffen, da vielleicht noch kurz der Hinweis, es gibt indirekt und direktbetroffene.

00:06:19: Also zum Beispiel bei einem Raubüberfall, bei dem ich involviert wäre, wäre ich direkt betroffen.

00:06:23: Wenn ich in Anführungszeichen nur Zeuge bin, bin ich trotzdem betroffen, indirekt betroffen.

00:06:31: Genau.

00:06:31: Und diese traumatischen Ereignissen ... die sind, ja, wie gesagt, grundsätzlich überfordernd im ersten Moment.

00:06:40: Und in der Situation selber kann sich das so äußern, dass die Personen sich betäubt fühlen, vielleicht, dass es wie so ein filmartiges Erleben ist.

00:06:49: So ist es irgendwie alles gar nicht so richtig real, was ich hier gerade erlebe.

00:06:53: Dabei können ganz starke Emotionen auftreten, wie Verzweiflung, Angst, Panikartaken, so etwas.

00:06:59: Körperlich wird natürlich eine ganze Menge an Stresshormonen ausgeschüttet.

00:07:03: Und dann kann es auch zu Zittern kommen, natürlich körperlich, schwitzen, erhöht schon Puls.

00:07:08: Kann aber auch genau das Gegenteil sein, so etwas wie völliges Erstarren in der Situation.

00:07:14: Und nach dem Ereignis, also wenn das beendet ist, dann wird das erlebte Schrittweise ins Bewusstsein integriert, also man verarbeitet das dann.

00:07:23: Und in den ersten Stunden und Tagen danach kann es zu einer akuten Belastungssituation kommen.

00:07:30: Das ist eine ganz normale Reaktion erst mal auf eine vollkommen unnormale Situation.

00:07:36: Und von außen kann das durchaus so aussehen, als würden die Personen, ich sag, mein Anführungszeichen, funktionieren.

00:07:44: Aber innerlich kann sich da durchaus eine ganze Menge abspielen.

00:07:46: Da kann ein ganzer Tumult stattfinden.

00:07:49: Also, dass die Personen Schwierigkeiten haben mit der Bewusstseins- und Aufmerksamkeitsfunktion, dass sie sich betäubt fühlen, vielleicht desorientiert fühlen.

00:08:00: oder disorientiert sind, wie ihm eher gesagt.

00:08:03: Manche ziehen sich sehr stark zurück.

00:08:05: Andere wiederum sind total unruhig und vielleicht sogar überaktiv.

00:08:11: Und in der Regel gehen aber diese Symptome nach ein paar Stunden bis Tagen zurück.

00:08:15: Und das ist, wie gesagt, erst mal ganz normal.

00:08:17: Ich hab da was vollkommen Unnormales erlebt.

00:08:20: Jenseits ist alltäglichen.

00:08:22: Und das fordert die Person erst mal sehr.

00:08:26: Ja, und wenn dann das Ereignis aber nicht so gut verarbeitet werden kann.

00:08:30: dann kann es auch langfristig zu einer Traumavolgestörung kommen.

00:08:34: Da reden wir aber wirklich von Wochen und Monaten nach dem Ereignis.

00:08:36: Das ist ein langer Prozess dahin.

00:08:39: Und ganz bekannt ist die posttraumatische Belastungsstörung.

00:08:42: Und da gibt es dann verschiedene Kennzeichen, das eine ist, dass es sowas wie Flashbacks und Albträume gibt.

00:08:49: Also das sind so Wiedererlebenssymptome, aber auch Verbeleidungssymptome, also dass man versucht irgendwie gar nicht mit ... mit Dingen, die in dieser Situation stattgefunden haben, in Kontakt zu kommen, dass man den Ort meidet, die Person meidet, Geräusche meidet, die damit in Zusammenhang stehen, all solche Sachen.

00:09:13: Und auch so chronische Übererregungssymptome sind deutlich, häufig zu sehen bei einer posttraumatschen Belastungsstörung.

00:09:21: Übererregungssymptome.

00:09:24: Ja, also zum einen kann das so was sein wie Schreckhaftigkeit.

00:09:30: dass ich nicht runterfahren kann, dass ich permanent auf so einem sehr aktiven Level bleibe und gar nicht zur Ruhe komme.

00:09:43: Innerlich wie vielleicht auch äußerlich.

00:09:46: Genau.

00:09:47: Danke.

00:09:49: Und ja, das dauert aber, bis diese Symptomatik komplett ausgeprägt ist, bis es diagnostiziert werden kann, da vergehen Wochen und Monate.

00:09:59: Und solche Erkrankungen sind sehr langwierig, das dauert.

00:10:03: Die Behandlungsverläufe sind sehr lang, wenn es einmal dazugekommen ist.

00:10:07: Und bedeuten natürlich auch eine wahnsinnige Einschränkung der Lebensqualität der Betroffenen.

00:10:14: Wie kann ich denn ... Und jetzt hast du ja eben gesagt, es gibt einmal das, was relativ unmittelbar nach dem Ereignis passiert, was dann auch einfach direkt zuordnen war.

00:10:25: Aber du hast jetzt auch gesagt, dass die Entwicklung auch solcher chronischen oder solcher Erkrankungen, wie zum Beispiel PTBS, etwas ist, was deutlich später erst eintritt oder was einfach auch eine gewisse Zeit dauert bis so etwas dann sich, ich weiß nicht, ob das richtig gegriffig ist, aber als Krankheitsbild festeckt.

00:10:45: Woran können Entführungskräfte und vielleicht am Ende des Tages ja auch Fachexperten wie aus dem betrieblichen Gesundheitsmanagement, HR, aber eben auch Fahrkräfte für Arbeitssicherheit.

00:10:55: Und wie können Entführungskräfte und auch Fahrkräfte erkennen, ob

00:10:59: da

00:11:00: vielleicht ein Moment

00:11:03: ist?

00:11:03: Anna, ich habe dich gerade leider nicht mehr gehört, Anna.

00:11:07: Achso, wo war ich denn weg?

00:11:09: Bei HR.

00:11:13: Dann stelle ich die Frage nochmal.

00:11:15: Bei mir warst du nämlich gar nicht weg und auch nicht verschwommen und auch nicht angehalten.

00:11:20: Warte, ich fange dann bei der Frage nochmal an.

00:11:23: Woran können denn jetzt Führungskräfte und vielleicht auch Fachexperten, das heißt auch die Mitarbeiter aus HR oder auch betriebliches Gesundheitsmanagement, aber eben vielleicht auch Fachkräfte für Arbeitssicherheit, woran können die denn jetzt erkennen, ob der Mitarbeiter vielleicht ein Problem hat?

00:11:40: Weil du hast gerade so schön beschrieben, es gibt eigentlich unterschiedliche Krankheitsbilder, die man sieht und nicht mal Krankheitsbild, also einmal die Symptome vielleicht direkt nach, eine normale körperliche...

00:11:50: Die Phasen.

00:11:51: Ja, in diesen Phasen habe ich unterschiedlichste Anzeichen, die ich vielleicht erkennen kann.

00:11:55: Und gerade diese Krankheitsbilder, wie zum Beispiel dann PTBS, erkenne ich oder bilden sich eigentlich erst nach einer gewissen Zeit erst dann aus, wenn ein traumatisches Ereignis nicht verarbeitet wurde.

00:12:07: Woran kann ich dann vielleicht als Führungskraft noch als Fachexperte das zuordnen, wenn das nicht mehr so direkt vielleicht präsent ist.

00:12:18: Weil am Anfang denkt man da noch dran, klar, da war was, das dauert auch einen Moment.

00:12:23: Aber wenn dann doch mal Wochen und vielleicht auch Monate ins Land gehen und ich das vielleicht gar nicht mehr so genau auf dem Schirm hab, dass da vielleicht der Auslöser ist, woran kann ich so was erkennen, dass ein Mütter weiter vielleicht hier noch eine Herausforderung oder ein Problem oder eine Krankheit auch hat?

00:12:38: Ja.

00:12:39: Genau.

00:12:39: Also Alarmzeichen ist immer, wenn sich das Verhalten deutlich verändert.

00:12:45: Also wenn jemand zum Beispiel früher sehr offen und mit vielen Kollegen unterwegs war und sich mit einem mal sehr zurückzieht oder jemand ganz schnell aus der Haut fährt, obwohl die Personen früher vielleicht ... Ja, vielleicht früher eher ruhig und ... So war.

00:13:08: Also, wenn sich jemand deutlich verändert, zu früher, als man sie kennt, kannte.

00:13:13: Oder wenn sich Arbeitsleistung deutlich verschlechtert, dann mit einem mal viele Fehler passieren oder Aufgaben vielleicht sogar ganz vergessen werden.

00:13:21: Oder wenn es plötzlich zu vielen Fehlzeiten kommt.

00:13:24: Das sind alles Alarmsignale, wo ich hellhörig werden sollte.

00:13:29: Und aufmerksam werden sollte und mich mit der betroffenen Person.

00:13:35: Ja, auseinandersetzen sollte, mit der besprechen sollte, was los ist.

00:13:40: Okay.

00:13:41: Was kann ich dann tun?

00:13:43: Ich kann ja vermutlich ist der Weg jetzt nicht so einfach zu sagen, ja, dann frag halt einfach nach.

00:13:49: Und dann, so nach dem Motto, hast du ein Problem?

00:13:51: Dann sagt der Mitarbeiter, nein.

00:13:53: Und damit ist dieses Thema, dann bin ich meiner Verantwortung nachgekommen.

00:13:56: So einfach ist ja vermutlich nicht ganz.

00:13:58: Also was kann ich denn als Führungskraft tun, um meinen Mitarbeiter am Ende des Tages zu helfen?

00:14:05: Also grundsätzlich sollte ich immer wertschätzend auf meine Beschäftigten zugehen, mitteilen, dass man sich um die Person sorgt, spiegeln, was man beobachtet hat, was man gemerkt hat.

00:14:17: Und auch immer natürlich entsprechend Unterstützungsangebote aufzeigen.

00:14:22: Worum es nicht geht, es irgendwelche Diagnosen zu stellen oder so etwas, das hat da überhaupt nichts zu suchen.

00:14:32: Aber man kann eben zumindest spiegeln, was man gemerkt hat und zeigen, hier können wir dich unterstützen, da können wir was tun.

00:14:41: Also vielleicht gibt es im Betrieb Unterstützungsangebote, Employee Assistant Management oder etwas in der Art.

00:14:50: Oder wenn es vielleicht auch Unterstützungsmöglichkeiten der gesetzlichen Unfallversicherung kann man auch hinweisen, wenn es beispielsweise ein Arbeitsunfall war oder bei der Arbeit passiert ist.

00:15:01: Das sind solche Möglichkeiten.

00:15:03: Und solche Gespräche besser nicht zwischen Tür und Angel, sondern besser sich wirklich Zeit nehmen.

00:15:11: Das heißt, in einen Raum, also einen Termin machen, einen Raum nehmen, der auch ungestört ist, wo jetzt nicht irgendwie permanent Durchgangsverkehr ist und Leute reinkommen, weil das sind natürlich sehr persönliche Gespräche.

00:15:24: Das ist nichts, was ich ja genau zwischen Tür und Angel tun sollte.

00:15:30: eine ruhige Atmosphäre.

00:15:33: Das sind solche Außenfaktoren, die man noch herstellen kann, damit so ein Gespräch gut läuft.

00:15:38: Kann das sinnvoll sein, da vielleicht auch noch mal eine Vertrauensperson ein bisschen zuzunehmen, also ein Kollege, oder?

00:15:45: Es ist eher so, dass man das, sagen wir mal, in so einem, kommt vielleicht auch ein bisschen aufs Verhältnis vermutlich an.

00:15:51: Ja, würde ich auch sagen.

00:15:52: Also, ich würde sagen, das kommt drauf an.

00:15:58: Ja, da muss man als Führungskraft ... Ja, die Person, die kennt man ja, also man weiß ja mit, wie man es dazu tun hat.

00:16:05: Und wenn man das Gefühl hat, dass das vielleicht hilfreich oder man kann es auch vorher anbieten.

00:16:11: Man kann ja auch grundsätzlich sollte man ja auch sagen, worum es geht.

00:16:15: Sonst setzt man ja auch die Person vollkommen unter Stress, mit einem malen Termin hat, mit der Führungskraft und hat überhaupt gar keine Ahnung, worum es geht.

00:16:26: Ja, genau.

00:16:26: Also das kann man auch vorher besprechen, ob man jemanden mitbringen möchte.

00:16:32: Ja.

00:16:33: Okay.

00:16:35: Jetzt hattest du eben ja schon diese Phasen einmal auch erzählt oder erklärt.

00:16:40: Was kann man denn jetzt, vielleicht auch gerade, unmittelbar nach dem Ereignis, auch vielleicht an Unterstützung, sowohl auf der sozialen, aber eben auch auf allen anderen Ebenen an Unterstützung geben für die Verarbeitung dieses traumatischen Ereignisses?

00:16:59: Du hast eben gesagt, wenn man das nicht verarbeitet, dann bildet sich eben auch eine... Beispielsweise eine PDBS-Symptomatik außer.

00:17:07: Was kann ich denn vielleicht auch in diesem Szenario schon tun, damit es vielleicht die Wahrscheinlichkeit reduziert ist, dass es dazu kommt?

00:17:14: Ja, ein wichtiges Stichwort hast du gerade schon gesagt, Unterstützung und zwar soziale Unterstützung.

00:17:19: Das ist ein ganz, ganz wichtiger Schutzfaktor.

00:17:22: Das hat sich in ganz vielen Studien gezeigt, der ganz entscheidend beeinflussen kann, ob das Erlebte gut verarbeitet wird oder eben nicht.

00:17:34: Das heißt, soziale Unterstützung, vor allen Dingen auch durch Führungskräfte und Kolleginnen und Kollegen, ist nicht zu unterschätzen an der Stelle.

00:17:42: Und sinnvoll kann es dann sein, dass ich im Betrieb sowas wie eine betriebliche psychologische Erstbetreuung einrichte oder auch in der Betrieblich eine Supervision anbiete, also diese Möglichkeit.

00:17:57: Michtig ist aber eben, dass Betroffene nicht alle eingelassen werden, dass sich jemand kümmert.

00:18:03: um die Betroffenen.

00:18:04: vor allen Dingen ganz unmittelbar nach dem Ereignis ist das ganz wichtig.

00:18:09: Und so werden eben die Belastungspitzen auch minimiert von den Betroffenen und die Person stabilisiert.

00:18:16: Okay,

00:18:18: gibt's für die Unternehmen, die sowas jetzt nicht, also größere Unternehmen haben da glaube ich auch, ja, entsprechende Personen auch schon intern zu.

00:18:29: Wie gestalten das?

00:18:30: Vielleicht weißt du das auch Unternehmen, die vielleicht ein bisschen kleiner sind als wo kann man sich da auch hinwenden, wenn man jetzt ein Ereignis hat und da soziale Unterstützung auch, sagen wir mal, über den betrieblichen Kontext hinaus über die führungskräftigen Ausbrauch.

00:18:46: Also man kann sich auch als kleine Unternehmen, also es gibt da auch Modelle, dass sich kleine Unternehmen zusammenschließen und gemeinsam so eine Unterstützung organisiert haben.

00:18:57: Es gibt EAP-Anbieter, die sowas machen.

00:19:02: So eine Art, vierundzwanzig-Stunden-Telefon, wo man sich hinwenden kann.

00:19:07: Es ist auch möglich, ja, in so einem Übfall die Seelsorge beispielsweise, zu kontaktieren im eigenen Raum.

00:19:18: Es gibt grundsätzlich auch, ja, psychosoziale Notfallversorgung, Teams, nenne ich mal, in den verschiedenen Regionen.

00:19:27: Die sind aber eigentlich nicht unbedingt für den betrieblichen Kontext.

00:19:32: Also, das ist ein Ehrenamt.

00:19:35: Aber im Notfall kann man die sicherlich auch rufen.

00:19:37: Aber besser wäre es, mit denen langfristig zu überlegen, wie kann beispielsweise Unterstützung aussehen?

00:19:44: Und das vorher zu planen.

00:19:46: Ja, okay.

00:19:54: Was würde denn so ein Konzept, so ein Betreuungskonzept auch im Vorfeld, also präventiv, was sollte das mit beinhalten?

00:20:02: Gerade auch für die.

00:20:03: Führungskräfte, Fahrkräfte für Arbeitssicherheit, die jetzt hier zuhören, die Gott sei Dank vielleicht noch nie so einen Fall auch gehabt haben.

00:20:09: Aber am Ende des Tages sagen Menschen so ehrlicherweise haben wir uns damit auch noch nie auseinandergesetzt, sondern bisher einfach auch Glück gehabt, dass das noch nie eingetreten ist.

00:20:18: Also bei einem Betreuungskonzept sollte man vor allen Dingen die innerbetrieblichen Strukturen und Abläufe ganz klar regeln.

00:20:24: Auch die notwendige Ausstattung, was brauche ich eigentlich?

00:20:27: Und wie kann ich sicherstellen, dass eine Erstbetreuung Ort des Geschehens im Betrieb erfolgt.

00:20:36: Ja, konkret heißt das, ich muss Verantwortlichkeiten festlegen.

00:20:40: Wer macht eigentlich was, wann, wie?

00:20:42: Also wie ist unsere Kette, quasi?

00:20:46: Ich habe einen Notfallplan mit den ganzen Meldewagen, innerbetrieblich, wer kontaktiert, wen, aber auch nach extern oder zum Beispiel zur gesetzlichen Unfallversicherung.

00:20:59: Dann sollte man sich überlegen, Wenn ich Erstbetreuer im Betrieb haben möchte, die selber ausbilde, wer ist da geeignet?

00:21:07: Also, wen wähle ich da aus?

00:21:09: Wie läuft die Ausbildung?

00:21:11: Welche Ausstattung brauchen die eigentlich?

00:21:15: Und auch welche Maßnahmen kann ich auch zum Schutz der Erstbetreuenden selbst ergreifen, die ja in diese Situation dann reingehen?

00:21:22: Ich sollte mir immer auch Gedanken machen, wie kann ich mit dem Unfallversicherung gar nicht abstimmen?

00:21:27: Wie sind da die Wege?

00:21:28: Und zuletzt natürlich noch ... Wie kommen die Leute wieder zurück?

00:21:32: Also Maßnahmen zurückher in den Betrieb, am Arbeitsplatz.

00:21:36: Das kann natürlich betriebliches eigentliche Liederungsmanagement sein, wenn die lange weg sind.

00:21:40: Aber das muss ja nicht der Fall sein.

00:21:41: Also es kann auch durchaus sein, dass sie schneller wieder da sind.

00:21:44: Aber auch dann sollte ich Ideen haben und dokumentiert haben, wie kommen die jetzt eigentlich zurück, nachdem ein solches schwerwiegendes Ereignis geschehen ist.

00:21:55: Ja.

00:21:56: Und in der Regel hat sich da bewährt, also bei so einem Betreuungskonzept, dass sich das als Betriebs- oder Dienstvereinbarung abschließt im Betrieb.

00:22:08: Es gibt es ja bei den unterschiedlichen Berufsgenossenschaften auch das Psychotherapeutenverfahren.

00:22:14: Vielleicht weiß ich jetzt selber, dass das noch nicht alle kennen und darüber bescheiden ist, vielleicht kannst du da noch mal ein bisschen was zu sagen, wofür das ist, wer sich dort auch Hilfe holen kann und wie das so grundsätzlich funktioniert.

00:22:29: Also das Psychotherapeutenverfahren, das dient in der zügigen psychologischen und therapeutischen Intervention nach Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten.

00:22:39: Das geht also ganz, ganz schnell.

00:22:41: Und damit soll der Entstehung und auch der Chronifizierung von psychischen Gesundheitsschäden frühzeitig entgegengewirkt werden.

00:22:50: Und das ist, wie gesagt, in der Regel ganz schnell, innerhalb von einer Woche sollte die erste Sitzung nach Auftragserteilung stattfinden.

00:22:59: Zügig, wenn man darüber nachdenkt, wie das sonst so aussieht, mit professioneller psychotherapeutischer Unterstützung.

00:23:08: Genau.

00:23:10: Und die Behandlungseinleitung erfolgt entweder direkt durch den Durchgangsarzt oder die Durchgangsärztin, die kann das sofort einleiten oder der Unfallversicherungsträger.

00:23:20: Und insgesamt gibt es dann fünf Sitzungen, die erst mal direkt als genehmigt gelten, die er so direkt in Anspruch nehmen kann.

00:23:29: Und wenn das aber nötig ist, dann können auch noch mehr Sitzungen daraufhin beantragt werden.

00:23:36: Für diese ersten fünf Sitzungen, das funktioniert allerdings wirklich ganz unkompliziert, denn da gibt es jetzt erstmal keine Kausalitätsprüfung.

00:23:44: Weil die würde viel, viel Zeit erfordern, genau.

00:23:47: Das heißt, es soll hier eine ganz schnelle Intervention sichergestellt werden, damit es eben nicht dazu kommt, dass sich so eine Traumavollgestörung oder ähnliches manifestieren kann.

00:24:01: Also das ist wirklich, wenn man so weiß, wie lange man auf so einen Termin sonst wartet in einem privaten Setup, wenn man dann zu einem Arzt geht und versucht, Termin dort zu finden, das ist schon eine andere Zeit, die dahinter steckt.

00:24:17: Genau.

00:24:18: Und das richtet sich natürlich an Personen, die eben im Arbeitskontext ein traumatisches Ereignis erlebt haben.

00:24:27: Jetzt habe ich noch eine Abschlussfrage für mich.

00:24:30: Und zwar, wie sollte es sich aus deiner Sicht die Arbeitswelt weiterentwickeln, um genau vielleicht auch an diesem Thema der psychischen Belastungen und Traumofragen besser vorbeugeln zu können?

00:24:42: Weil am Ende des Tages können wir sie nicht substituieren.

00:24:44: Das erst ist hier an der Stelle... Sie werden neben den Herzinfarkt schon besprochen.

00:24:50: Natürlich können wir darauf hinarbeitet, dass wir immer weniger schwere Arbeitsunfälle haben und natürlich auch einen guten präventiven Brandschutz gestalten.

00:24:58: Aber eben auch so Faktoren wie Herzinfarkt statistisch gesehen passieren die einfach und ich glaube auch nicht, dass das so schnell aufhört.

00:25:06: Aber wie können wir oder sollte die Arbeitswerte aufgestellt sein und sich weiterentwickeln, um dem einfach gut gegenüberzustehen und darauf vorbereitet zu sein?

00:25:16: Also grundsätzlich mehr Bewusstsein für dieses Thema, Trauma, mehr Aufklärung, mehr Offenheit.

00:25:23: Auch grundsätzlich für psychische Erkrankungen.

00:25:28: Und dann auch das Bewusstsein der Betriebe, dass sie ganz entscheidend dazu beitragen können.

00:25:34: erstens, dass es gar nicht zu einem traumatischen Ereignis kommt, also präventive Maßnahmen ergreifen, z.B.

00:25:41: Richtung Überfallprävention oder Gewaltereignisse im Betrieb, da kann man ganz viel machen.

00:25:47: Und zweitens, das ist das andere, dass Betriebe ganz entscheidend dazu beitragen können, dass Menschen das, was sie erlebt haben, gut verarbeiten können.

00:25:57: Stichwort soziale Unterstützung, das ist wirklich ein ganz wesentlicher Schutzfaktor.

00:26:02: Und da können Betriebe einfach ganz, ganz viel noch tun.

00:26:06: Und ja, das All das würde einfach zu schnellerer Hilfe führen, so denke ich.

00:26:11: Und dann vielleicht auch seltener... zu Traumafolgestörung, also, dass die sich selten entwickeln und damit ganz viel Leid verhindert werden könnte.

00:26:20: Sie muss eben sein, dass die Menschen sicher und gesund arbeiten können und nicht mit solchen Ereignissen konfrontiert werden.

00:26:29: Und wenn es denn doch soweit kommt, dass sie zumindest eine gute Unterstützung bekommen, dass sich da nicht langfristig eine Traumafolgestörung manifestiert.

00:26:39: Ja, sehr schön.

00:26:40: Da haben wir doch noch ein bisschen was zu tun, ne?

00:26:42: Gute Arbeit schon geleistet und noch ein bisschen was zu tun.

00:26:46: Auf jeden Fall.

00:26:47: Ja, vielen Dank, Hannah, dass du da warst und ja über dieses Thema gesprochen hast.

00:26:52: Ich glaube, ich nehme das auch so wahr, dass wir da schon besser werden.

00:26:55: Aber gerade auch in vielen mittelständischen und großen Unternehmen ist die Haltung so, dass wir, glaube ich, auch noch ein bisschen was zu tun haben.

00:27:04: Ja, müssen wir so auszudrücken.

00:27:06: Und daher Dankeschön.

00:27:08: Und euch dort an diesem Thema auf jeden Fall auch weiterhin viel Erfolg und eine hohe Wirksamkeit in der Kommunikation und Prävention.

00:27:17: Danke schön, dass ich auch heute hier bei dir sein durfte und über das Thema sprechen durfte.

00:27:21: Bis bald.

00:27:22: Bis bald.

00:27:23: Tschü.

00:27:27: Vielen Dank, dass du heute wieder

00:27:28: dabei warst.

00:27:29: Wenn dir gefallen hat, was du heute gehört hast, dann war das nur die Kostprobe.

00:27:33: Wirst du wissen, ob du für eine Zusammenarbeit geeignet bist, dann gehe jetzt auf www.wandelwerker.com-termin und buche dir einen Termin.

00:27:42: In diesem forty-fünfminütigen Beratungszuspräch

00:27:44: wird eine

00:27:44: Strategie für dich erstellt.

00:27:46: Du erfährst, in welchen Schritten du an der Einstellung der Menschenunternehmen arbeitest, sichere Gewohnheiten scharfst und somit die Arbeitsunfälle nachhaltig reduzierst.

00:27:56: Vergiss eine Sache bitte nicht.

00:27:58: Wenn seit Jahren die Unfallzahlen bei dir stagnieren, Dann verbessert sich der Zustand nicht von alleine.

00:28:03: Du brauchst einen Berater, der dir zeigt, welche Schritte du befolgen sollst und welche lieber nicht.

00:28:09: Wir haben Geschäftsführer an Sicherheitsingenieuren und Fachkräften für Arbeitssicherheit in Deutschland, Österreich und der Schweiz dabei geholfen, die Sicherheitskultur in deren Unternehmen und bei deren Kunden zu verbessern.

00:28:20: Als Kooperationspartner des Verbandes für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit liegt es uns am Herzen, dir das notwendige Handwerkszeug auf dem Weg zur Vision Zero zu zeigen und bei der Umsetzung zu unterstützen.

00:28:32: Wenn du wissen willst, ob du für eine Zusammenarbeit geeignet bist, dann sichere dir jetzt unter www.wandelwerker.com-termin deinen persönlichen Termin.

Über diesen Podcast

Wandelwerker ist Dein Podcast für innovative und ganzheitliche Ideen und Konzepte im Arbeitsschutz. Im ersten deutschen Arbeitsschutz Podcast findest du Impulse und Lösungen für die Gestaltung des Arbeitsschutzes in deinem Unternehmen – egal ob du Führungskraft, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Sicherheitsingenieur, Sicherheitsbeauftragter oder Mitarbeiter bist.

Es erwarten Dich aktuelle Themen und Diskussionen rund um den Arbeitsschutz, Experteninterviews und Best Practices Lösungen für eine gelebte Sicherheitskultur in Deinem Unternehmen.

von und mit WandelWerker Consulting GmbH

Abonnieren

Follow us