Wandelwerker - Der erste deutsche Arbeitsschutz Podcast

Wandelwerker - Der erste deutsche Arbeitsschutz Podcast

Transkript

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00:00:00: Die Wandelwerker haben eine Mission, den Arbeitsschutz in den Unternehmen auf ein neues Level heben.

00:00:05: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Wandelwerker-Podcasts,

00:00:08: den ersten deutschen Arbeitsschutz-Podcast für ganzheitliche und innovative Ideen für den Arbeitsschutz.

00:00:13: Heutzutage können Informationen schnell gekugelt werden.

00:00:16: Experten, die mit neuen Strategien und Methoden Arbeitsunfälle nachhaltig reduzieren, sind gefragter denn je.

00:00:22: Die Wandelwerker zeigen Geschäftsführern, Sicherheitsingenieuren und Fachkräfte für Arbeitssicherheit

00:00:27: Schritt für Schritt, wie genau das funktioniert und wie damit den stagnierenden Unfallzahlen ein Ende gesetzt wird.

00:00:33: Es gibt keinen Grund, länger zu warten. Jetzt ist der Zeitpunkt, um Arbeitsunfälle zu reduzieren.

00:00:38: Hallo und herzlich willkommen hier zu einer neuen Podcast-Folge im Wandelwerker-Podcast.

00:00:44: Heute zu einer neuen Podcast-Folge mit einem Blick in einen etwas anderen Wissenschaftsbereich,

00:00:51: wo wir, glaube ich, aber eine ganze Menge auch für den Arbeitsschutz heraus lernen dürfen.

00:00:56: Ich begrüße ganz herzlich im Podcast Lena-Marie Wirth. Hallo.

00:01:00: Hi.

00:01:01: Und Laura Schröer. Hallo, schön, dass ihr da seid. Hi.

00:01:06: Hallo.

00:01:09: Ja, ihr seid wissenschaftliche Mitarbeiterinnen im Forschungsschwerpunkt Arbeit und Wandel des Instituts Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule.

00:01:20: Und ich bin vor kurzem auf euch aufmerksam geworden über einen Artikel, den ihr publiziert habt.

00:01:26: Und zwar ging es da um die mentale Erholung im Rahmen der flexiblen Arbeitszeitgestaltung.

00:01:32: Im untersuchten Forschungsschwerpunkt nicht ganz bezogen auf, ich sag mal, ein Produktionsunternehmen.

00:01:39: Das werden wir uns gleich schon mal anschauen.

00:01:41: Aber ich glaube eben, dass wir da sehr, sehr viel auch für Produktionsbetriebe, für den Arbeitsschutz mit herausnehmen dürfen.

00:01:49: Ja, erzähl doch mal ganz kurz, wie seid ihr überhaupt zu einmal der Tätigkeit gekommen und dann vielleicht auch zu dem Projekt gekommen?

00:01:57: Lena, vielleicht magst du anfangen.

00:02:00: Ja, vielen Dank. Es ist mir schön, dass wir hier sein dürfen. An das IAT bin ich seit Oktober letzten Jahres gekommen.

00:02:09: Ich habe in den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften promoviert zum Thema Veränderungsbewältigung,

00:02:14: habe dann lange in der Pflege geforscht und seit Oktober letzten Jahres leite ich jetzt gemeinsam mit der Kollegin

00:02:21: in geteilter Führung den Schwerpunkt Arbeit und Wandel am IAT.

00:02:26: Dankeschön. Ja, Laura, wie sieht es bei dir aus?

00:02:30: Genau, dann stelle ich mich auch erstmal kurz vor. Laura Schröer.

00:02:33: Ich bin Sozialwissenschaftlerin und jetzt schon seit, ja, zehn Jahren am Institut Arbeit und Technik

00:02:40: im Forschungsschwerpunkt Arbeit und Wandel. Genau.

00:02:44: Okay, ja, Dankeschön. Wie seid ihr denn oder wie ist dieses Projekt dann entstanden?

00:02:54: Ja, das Projekt ist ein Förderprojekt von Bundesministerium für Arbeit und Soziales,

00:03:01: das im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit gefördert wird.

00:03:07: Es ist ein Experimentierraumprojekt, so heißt die Förderlinie zum Thema organisationale Resilienz.

00:03:12: Und fachlich werden wir begleitet durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

00:03:18: Und das Projekt machen wir gemeinsam mit verschiedenen Partnerorganisationen,

00:03:23: mit Emma und T. SEL Partner, mit der Sozialholding Mönchengladbach

00:03:28: und wir halt vom Institut Arbeit und Technik.

00:03:30: Und evaluiert wird das ganze Projekt noch vom Deutschen Institut für Pflegeforschung aus Köln.

00:03:37: Genau. Und zum Projekt gekommen sind wir quasi aus dem Projekt heraus selbst sozusagen.

00:03:43: Wir hatten vor dem Förderaufruf von INQA zu dem Thema organisationale Resilienz

00:03:49: eben eine Vorstudie mit der Sozialholding, wo die uns gefragt haben,

00:03:53: ja, wir würden gerne unsere Betriebsvereinbarungen zum Thema Arbeitszeit anpassen.

00:03:58: Da sind die Beschäftigten sehr unzufrieden.

00:04:00: Und da haben wir eben eine Befragung gemacht und herausgefunden,

00:04:04: dass sowohl Flexibilität als auch Zuverlässigkeit als auch Transparenz eine große Rolle spielen.

00:04:10: Und das ist ja ein Widerspruch in sich.

00:04:12: Und eigentlich waren wir dann fertig mit unserer Studie zu der Betriebsvereinbarung,

00:04:16: sind aber gegangen mit ein paar großen Fragezeichen wechselseitig.

00:04:20: Und da müssen wir eigentlich mal genauer hinschauen.

00:04:23: Und dann kam die Ausschreibung und dann ging es weiter.

00:04:25: Das klingt spannend, ja.

00:04:29: Da schauen wir jetzt gleich gemeinsam einmal rein.

00:04:31: Vielleicht können wir einmal bei dem Projekt anfangen.

00:04:34: Leda, du hast ja gerade schon mal so ein bisschen in die Richtung auch erzählt.

00:04:39: Das Projekt ist durch mehrere Partner auch ins Leben gerufen worden.

00:04:44: Was genau wurde im Rahmen des Projektes untersucht?

00:04:47: Also was war so Schwerpunkt des Projektes?

00:04:49: Vielleicht können wir damit einmal einsteigen.

00:04:53: Ja, genau.

00:04:56: Ich hatte das ja gerade schon ein bisschen erzählt.

00:04:57: Das ist ein Projekt, was, wie gesagt, das Thema Arbeitszeitflexibilisierung in der Pflege

00:05:03: zur Stärkung von organisationaler Resilienz sich anschaut.

00:05:07: Das heißt, wir schauen, inwiefern in der Sozialholding Mönchengladbach,

00:05:11: die unser Praxispartner da ist,

00:05:13: verschiedene Flexibilisierungsmaßnahmen,

00:05:17: die wir in Experimentierräumen, das sind ja so kleinere Projekte, die sehr inhaltsoffen sind,

00:05:25: wie innerhalb dieser Räume Flexibilisierungsmaßnahmen wirken auf die Zufriedenheit der Beschäftigten

00:05:32: und was das für Auswirkungen auf Gesundheit und organisationale Resilienz hat.

00:05:39: Kannst du einmal für alle Hörerinnen und Hörer auch erläutern, was organisationale Resilienz bedeutet?

00:05:45: Und ich glaube, das ist nicht jedem auch ein gängiger Begriff,

00:05:48: den man morgens und mittags und nachmittags auch nochmal einmal verwenden.

00:05:52: Was meint das?

00:05:54: Was versteht ihr darunter?

00:05:55: Und was wollt ihr?

00:05:55: Was ist quasi auch das Ziel, was dadurch erreicht werden soll?

00:05:58: Ja, organisationale Resilienz gibt ja sogar eine ISO-Norm mittlerweile zu.

00:06:03: Das ist eigentlich so ein bisschen die Überlegung,

00:06:07: das, was wir auf personaler, individueller Ebene schon lange diskutieren,

00:06:11: dass Menschen, die Krisen gut bewältigen,

00:06:15: unter Umständen Resilienz ausbilden,

00:06:20: indem sie dann sich besser anpassen können an weitere Krisen

00:06:24: und da verschiedene Bewältigungsstrategien haben

00:06:27: und auf Organisationen übertragen,

00:06:29: ist das auch die Anpassungsfähigkeit an Krisen,

00:06:33: an veränderte Rahmenbedingungen

00:06:34: und dass trotz dieser vielleicht ein bisschen bewegten Umstände

00:06:39: die Organisationen das schaffen,

00:06:41: gut weiterhin ihre Ziele zu verfolgen und sich daran anzupassen.

00:06:48: War das auch, das, was du jetzt gerade beschrieben hast,

00:06:51: das war auch das Ziel für das Projekt?

00:06:53: Also das war auch das, was im Grunde genommen im Rahmen des Projektes

00:06:56: versucht wird zu erreichen, richtig?

00:06:58: Genau, es wird versucht, über die Arbeitszeitgestaltung sozusagen

00:07:04: in der Organisation Strategien zu entwickeln,

00:07:10: dass sich besser an veränderte Umstände angepasst werden kann.

00:07:15: Und hier hat vor allen Dingen auch das Thema Gesundheit

00:07:18: und Mitarbeitendenzufriedenheit und Führung noch Rolle gespielt.

00:07:22: Wie lange läuft das Projekt?

00:07:25: Also für wie viele Jahre ist das veranschlagt?

00:07:27: Und wann seid ihr ungefähr gestartet?

00:07:29: Ja, das ist zwei Jahre geht das

00:07:32: und endet im Mai nächsten Jahres.

00:07:34: Das heißt, ihr seid schon relativ weit fortgeschritten auch mit dem Setup.

00:07:40: Okay.

00:07:41: Wie kann ich mir das jetzt vorstellen?

00:07:44: Also wie viele Mitarbeiter oder auch Führungskräfte waren daran beteiligt,

00:07:47: an diesem Projekt?

00:07:48: Welche Möglichkeiten der flexiblen Arbeitszeit wurden jetzt auch dort angeboten,

00:07:53: in diesen Räumen, die du gerade beschrieben hast?

00:07:55: Also wie kann man sich das vorstellen,

00:07:57: wenn man jetzt so ein bisschen auch von außen auf dieses Projekt schaut?

00:08:01: Ja, kann ja einfach mal anfangen.

00:08:05: Wir haben drei Experimentierräume in dem Projekt selber

00:08:09: und die Themen, das ist ja das Besondere an dem Format Experimentierraum,

00:08:13: das ist anders als beim Projektmanagement, wo man losgeht und sagt,

00:08:16: wir möchten das und das als Intervention untersuchen,

00:08:19: dann schauen wir mal, wie das wird.

00:08:20: Sondern da sind wir ja mit unserem Praxispartner in so eine Ist-Analyse-Phase reingegangen

00:08:26: und haben dann über verschiedene Verfahren, Interviews, Befragungen und so weiter geguckt,

00:08:30: was sind denn überhaupt Themen auch aus den Beschäftigten heraus,

00:08:34: was sie zukünftig verändern wollen im Hinblick auf Arbeitszeit

00:08:38: oder was sind Bedarfe, die jetzt noch nicht abgedeckt werden,

00:08:41: weil eben das Ziel ist, vor allen Dingen natürlich die Zufriedenheit zu sichern,

00:08:45: aber auch ganz grob gesagt die Beschäftigten an ihrem Arbeitsplatz halten zu können,

00:08:50: weil eben der Konkurrenz, gerade bei Arbeitszeitangeboten,

00:08:53: da konkurrieren mittlerweile die Betriebe untereinander.

00:08:56: Wenn dann einer die Viertagewoche einführt, dann kommt es auch mal vor,

00:09:00: dass sich Beschäftigte wegbewerben und das wollen wir natürlich verhindern,

00:09:04: dass genug Beschäftigte in der Sozialhundigen anwesend sind,

00:09:08: mit denen man überhaupt gute Arbeitsbedingungen gestalten kann.

00:09:11: Genau und da haben sich dann drei quasi Oberteam herausgebildet.

00:09:15: Das ist einmal Dienstplanung im Team, das haben wir mittlerweile im Summen benannt,

00:09:19: aber können wir später noch erzählen.

00:09:21: Das heißt, dass die Beschäftigten selber Dienstpläne gestalten können.

00:09:25: Da werden sie dann auch mit einer digitalen App unterstützt,

00:09:28: dass das überhaupt möglich ist.

00:09:30: Und da war dann der Sinn dahinter,

00:09:33: dass das vielleicht auch zu mehr Gerechtigkeit und Zufriedenheit sorgt.

00:09:37: Aber auch die Beschäftigten zeigt,

00:09:40: dass nicht jeder jeden Wunsch erfüllt haben kann,

00:09:43: dass es auch Aushandlungsprozesse sind,

00:09:44: dass jeder mal einen guten Dienstplan bekommt.

00:09:47: Genau, das waren so grob die Themen in dem ersten Feld.

00:09:51: Das ist die Sozialhundigen,

00:09:53: hat mehrere Häuser und Einrichtungen

00:09:55: und das Projekt an sich wurde überwiegend in dem einen Haus,

00:10:01: hat er ruhig umgesetzt, vielleicht dazu.

00:10:04: Und da sind dann unterschiedliche Personen,

00:10:06: aber vor allen Dingen aus unterschiedlichen Berufsgruppen dran beteiligt.

00:10:10: Dann gibt es den zweiten Expansierraum,

00:10:13: mobiles Arbeiten.

00:10:14: Ich glaube, das sind fünf oder sieben Leute,

00:10:17: erst mal nur ausgewählt,

00:10:18: weil die natürlich erst mal klein anfangen wollten.

00:10:20: Mobiles Arbeiten in der Pflege ist ja...

00:10:23: Wie geht das überhaupt?

00:10:24: Genau, das wollen die nämlich da,

00:10:27: das wollen die dann erst mal überhaupt rausfinden.

00:10:30: Wie geht das überhaupt?

00:10:31: Und deshalb haben sie erst mal mit einer kleinen Runde gestartet,

00:10:33: dass sie sich nicht überfordern.

00:10:35: Das ist ja auch ganz wichtig bei Projekten,

00:10:36: dass man so anfängt,

00:10:38: nicht dass erst die Rahmenbedingungen schon von vornherein sagen,

00:10:41: das kann auf Dauer gar nicht klappen.

00:10:42: Ja, und die haben dann erst mal geguckt,

00:10:46: mit welchen Geräten können wir denn überhaupt zu Hause arbeiten?

00:10:49: Die müssen angeschafft werden in kleiner Anzahl.

00:10:51: Das muss dann alles eingerichtet werden,

00:10:53: dass es auch sicher ist

00:10:53: und dass auch kein Datenschutz eingehalten wird.

00:10:56: Und da haben vor allen Dingen Personen,

00:10:59: die mit der Dienstplanerstellung beschäftigt sind,

00:11:02: die Möglichkeit bekommen, mobiles Arbeiten auszuprobieren,

00:11:05: da solche Tätigkeiten eben keine sensiblen Daten enthalten.

00:11:09: Und das kann natürlich auch woanders gemacht werden.

00:11:13: Das haben die getestet.

00:11:15: Und der erste Rücklauf war eine hohe Zufriedenheit

00:11:18: und auch sowas wie Stolz wurde uns genannt,

00:11:20: dass sie stolz sind, dass sie so etwas ausprobieren dürfen,

00:11:22: weil das eben unüblich ist in der Pflege.

00:11:26: Genau, und das dritte, bevor ich mich hier verredere,

00:11:29: das dritte ist Ausfallmanagement.

00:11:32: Das geht auch auf die Befragung zurück,

00:11:35: weil da eben das Feedback kam,

00:11:36: Ausfall belastet,

00:11:38: das Gefühl angerufen zu werden belastet.

00:11:42: Und deshalb haben wir uns dann mit einer Zuständigen aus dem Bereich Controlling

00:11:47: auch erstmal ganz eng zusammengesetzt und erstmal die Zahlen angeschaut.

00:11:51: Also ist das jetzt einfach nur ein subjektives Gefühl

00:11:54: oder passiert das tatsächlich häufig?

00:11:57: Und dann sind wir aktuell dabei zu diskutieren,

00:12:01: was könnten denn Lösungen sein?

00:12:02: Da gab es ein paar Fokusgruppen mit verschiedenen Beschäftigten,

00:12:05: wo wir dann nach Lösungen auch gefragt haben.

00:12:09: Also was könnte euch entlasten,

00:12:11: wenn es darum geht, eben frei kontaktiert zu werden?

00:12:14: Oder was wären auch digitale Möglichkeiten?

00:12:17: Da wird jetzt zukünftig so eine Ausschreibungsbörse implementiert,

00:12:21: wo man sich selber aktiv auf Dienste bewerben kann.

00:12:24: Weil nicht jeder, manche springen ja auch gerne ein

00:12:27: oder manche nehmen ja auch gerne mehr Dienste an.

00:12:30: Ja, das vielleicht erstmal ganz grob zum thematischen Rahmen

00:12:35: und zur Reichweite der drei Expandierräume.

00:12:38: Okay.

00:12:39: Wie wurde das durch die, das ist ja schon was anderes,

00:12:43: was vielleicht auch die letzten Jahre und Jahrzehnte

00:12:47: auch generell in der Pflege üblich ist.

00:12:49: Wie wurde das durch die Mitarbeiter und auch Führungskräfte

00:12:53: dort angenommen oder auch diskutiert?

00:12:56: Ja, also ich glaube, dass grundsätzlich diese Form der Auseinandersetzung

00:13:05: in so Experimentierraum eigentlich ganz gut angenommen wird,

00:13:09: weil man ja damit so ein bisschen diesen Modellcharakter übernimmt.

00:13:13: Also erstmal in einer kleineren Gruppe etwas ausprobieren.

00:13:17: Und das erfordert dann hier und da auch so ein bisschen die Toleranz,

00:13:20: dass auch mal was schief geht.

00:13:21: Das ist dann ein bisschen hakelig dann durchaus mal in den Prozessen.

00:13:24: Aber grundsätzlich habe ich das Gefühl,

00:13:27: dass die Unternehmen sich grundsätzlich alle auf den Weg machen,

00:13:30: um stärker Flexibilisierung auch im Bereich Arbeitszeit zu realisieren.

00:13:35: Und auch in der Sozialholding, die jetzt unser Praxispartner ist,

00:13:40: fand ich eigentlich eine hohe Offenheit,

00:13:42: auch irgendwie sich auf den Weg zu machen und damit zu beschäftigen.

00:13:46: Okay.

00:13:47: Ob die da gerne ergänzen noch.

00:13:52: Ja, also ein Merkmal ist ja da auch von den Experimentierräumen,

00:13:55: Scheitern ist erlaubt.

00:13:57: Und das klingt ja erstmal scheinbar nahe.

00:13:59: Aber das hat schon was gebracht, dass man sagt, Scheitern ist erlaubt.

00:14:03: Oder es muss nicht ein Ergebnis rauskommen,

00:14:06: weil das denkt man ja bei Projekten häufig.

00:14:08: Wenn da jetzt nicht ein cooles Ergebnis rauskommt,

00:14:09: dann macht das ganze Projekt blöd und dann müssen wir sofort damit aufhören.

00:14:13: Und eben dadurch, dass man sagt, wir gucken mal,

00:14:15: dass wir für eine Bedingung, weil die Arbeitswelt verändert sich ja.

00:14:19: Und die Idee ist ja, dass es für neue Lösungen auch Antworten braucht,

00:14:23: auch Strukturen braucht.

00:14:24: Und wie soll sich auch Arbeitssturz weiterentwickeln,

00:14:26: wenn man nicht ausprobieren kann,

00:14:28: in welche Richtung sich bestehende Strukturen denn verändern müssen.

00:14:31: Und dafür ist es ja da.

00:14:34: Und deshalb müssen ja Fehler erlaubt sein,

00:14:36: sonst wird ja nicht Entwicklungen passieren können.

00:14:38: Aber das war in den Köpfen von den Beschäftigten manchmal noch schwierig.

00:14:42: Hatten wir den Eindruck, so in der ersten Startphase,

00:14:44: dass dann etwas ausprobiert wurde, sage ich mal.

00:14:48: Das war was Neues.

00:14:49: Und dann haben wir gesagt, Veränderung tut weh.

00:14:52: Weil erstmal Neues kommt und eine Unsicherheit kommt.

00:14:57: Aber dieser Erwartungsdruck, nein, das muss ja sofort funktionieren.

00:15:00: Das muss sofort gut sein.

00:15:02: Das hat sich ja nicht sofort eingestellt.

00:15:04: Und dann kam so der erste Impuls,

00:15:05: ja, vielleicht wird das ja gar nichts.

00:15:07: Vielleicht sollen wir was anderes machen.

00:15:08: Vielleicht ist das nicht der richtige Weg.

00:15:10: Dann haben wir eben gesagt, nein, Scheitern ist erlaubt.

00:15:14: Und das ist mit beabsichtigt, eben diese Irritation.

00:15:17: Und vielleicht auch das Gefühl, dass es gerade nicht läuft,

00:15:19: um eben was Neues zu finden.

00:15:21: Ja, und jetzt sind sie wieder alle mit im Boden zufrieden.

00:15:24: Das war ja ganz schön,

00:15:26: dass man da auch so offen mit dem Unbehagen umgehen konnte

00:15:33: und nicht den Druck hatte,

00:15:34: eine gute, sofort funktionierende Lösung zu schaffen.

00:15:39: Ja, ist das auch, würdet ihr sagen,

00:15:41: so eine der Herausforderungen ganz am Anfang gewesen,

00:15:44: jetzt bei der Umsetzung des Projektes?

00:15:45: Ich meine, ihr habt ja jemanden,

00:15:46: der das Projekt auch initiiert hat,

00:15:48: sodass euer Partnerunternehmen ja schon auch mit im Boot war.

00:15:51: Aber ich kann mir vorstellen,

00:15:53: dass man da durchaus schon noch den einen oder anderen überzeugen muss oder durfte.

00:15:57: Und gerade wenn es dann vielleicht auch mal schwierig wird,

00:16:00: dann natürlich auch wieder alle ins Boot zu holen,

00:16:03: stelle ich mir gerade auch in einem sehr, sehr stressigen

00:16:07: und belastenden Arbeitsumfeld wie der Pflege

00:16:11: durchaus auch als Herausforderung vor.

00:16:15: Ja, ich glaube, dass es wichtig ist,

00:16:17: was Laura gerade eben schon gesagt hat,

00:16:19: dass man grundsätzlich so eine Haltung hat,

00:16:24: dass man das auch so ein bisschen als Lernprozess sieht.

00:16:27: Weil wenn wir so uns bei gerade organisationaler Resilienz

00:16:31: oder auch anderen Resilienzebenen das angucken,

00:16:34: geht es darum, auch ein bisschen Neugierde zu haben für was Neues

00:16:38: und auch mit Rückschlägen umzugehen,

00:16:40: weil das ist ja die Krisenhaftigkeit,

00:16:41: also dass das in irgendeiner Form auch hier und da irritiert

00:16:45: oder mal schwierig wird.

00:16:47: Ich glaube, das muss man so ein bisschen

00:16:48: in Bezug auf eine Haltung annehmen

00:16:52: und dann läuft das auch.

00:16:55: Die Pflege ist ja insgesamt,

00:16:56: wenn man das so sagen kann,

00:16:57: die Pflege schon eine recht belastende Tätigkeit,

00:17:01: beanspruchende Tätigkeit auch,

00:17:03: die auch was Arbeitszeit angeht,

00:17:06: nicht so ganz einfach ist,

00:17:07: weil wir Schichtdienst haben,

00:17:08: gerade in der Langzeitstationen im Pflege.

00:17:10: Und dennoch glaube ich,

00:17:12: dass das erfordert,

00:17:15: dass die Menschen jetzt so mutig sich aufmachen,

00:17:17: ausprobieren, mit Rückschlägen umgehen

00:17:20: und aber auch so ein bisschen mit sich im Hinterkopf behalten,

00:17:24: dass wenn man resilient ist,

00:17:25: das heißt also beweglich sich anpassen kann,

00:17:27: also was,

00:17:28: dass man dafür auch ein bisschen Ressourcen braucht.

00:17:30: Das heißt,

00:17:31: der Prozess wird erstmal nicht schneller,

00:17:33: nicht sofort harmonischer,

00:17:34: sondern es braucht eine Zeit,

00:17:36: bis das alte losgelassen werden kann,

00:17:38: das neue erlernt wird.

00:17:39: Dementsprechend,

00:17:41: ja,

00:17:42: es ist,

00:17:42: braucht es halt noch ein bisschen Zeit.

00:17:44: War schon eine Erfahrung,

00:17:45: dann vermutlich nicht mal.

00:17:50: Inwiefern finden denn,

00:17:51: oder haben dann auch,

00:17:52: oder finden vielleicht auch noch,

00:17:53: die Mitarbeiter diese Flexibilität?

00:17:56: Und vielleicht könnt ihr nochmal einen Satz auch ausführen,

00:17:58: wie ihr die Flexibilität auch gegeben habt,

00:18:02: über die Schichtplanung im Team,

00:18:05: ob das eben auch ein Teil,

00:18:06: ist das als Flexibilität empfunden worden?

00:18:09: Und wie hat sich das auch,

00:18:11: für die Mitarbeiter hat sich das als hilfreich,

00:18:14: wie haben sie das als hilfreich wahrgenommen?

00:18:16: Wie hat sich das für sie angefühlt und ausgewirkt?

00:18:20: Ich kann auch sonst dazu antworten.

00:18:27: Also die,

00:18:28: also ich glaube,

00:18:28: es geht viel darum,

00:18:30: dass es so ein Abwägen ist von Flexibilität und Zuverlässigkeit.

00:18:34: Also das ist, glaube ich, beides.

00:18:36: Es geht jetzt nicht nur darum,

00:18:37: überbordende Flexibilität zu haben

00:18:40: und nicht mehr zu wissen genau,

00:18:41: worauf man arbeitet

00:18:42: und immer irgendwelche Veränderungen zu haben,

00:18:44: sondern,

00:18:45: dass es um eine Aushandlung

00:18:47: und Abwägung von Flexibilität und Zuverlässigkeit geht.

00:18:50: Das haben wir auch in anderen Studien,

00:18:52: ist das herausgekommen.

00:18:53: Wir haben auch diese große

00:18:54: Pflege-Wieder-Wenn-Studie am ERT mitgemacht.

00:18:57: Und da ist das auch nochmal deutlich geworden,

00:18:59: dass es eigentlich um beides geht.

00:19:01: Und im Rahmen von mobilem Arbeiten

00:19:04: ist es natürlich dann auch Arbeiten von zu Hause aus,

00:19:07: dass man bestimmte Tätigkeiten

00:19:08: dann Ruhe zu Hause ausführen kann

00:19:10: und dann auch zeitlich ein bisschen flexibler wird

00:19:13: und damit er auch so eine höhere Souveränität bekommt.

00:19:17: Darum geht es halt auch.

00:19:18: Also im Sinne von,

00:19:20: ich kann stärker beeinflussen,

00:19:22: wann ich arbeite.

00:19:23: Bei Dienstplanung im Team war es auf jeden Fall auch,

00:19:26: dass es natürlich dadurch,

00:19:27: dass ich stärker mit einbezogen werde,

00:19:30: auch klarer meine Wünsche vielleicht nochmal äußern kann

00:19:34: und darüber halt Einfluss nehmen kann

00:19:36: und Flexibilität erzeuge.

00:19:37: Und das Dritte,

00:19:38: das Ausfallmanagement ist,

00:19:40: weil kurzfristiger Ausfall dann ja teilweise so belastet,

00:19:43: das war auch das,

00:19:44: was wir in dem Artikel ja auch nochmal deutlich gemacht haben,

00:19:46: dass es halt auch hier,

00:19:48: wenn es gute Konzepte gibt dafür,

00:19:51: wie das Ausfallmanagement organisiert ist,

00:19:54: dass auch das Flexibilität ermöglicht,

00:19:57: in Bezug auf wenn mal was jemand ausfällt,

00:20:00: aber auch eine Zuverlässigkeit,

00:20:01: dass ich nicht Sorge haben muss,

00:20:03: ständig angerufen zu werden.

00:20:04: Okay.

00:20:05: Und wir hatten zum Beispiel auch

00:20:08: bei dem Exportierraum Dienstplanung im Team

00:20:11: so eine kurze Feedbackschneife schon gemacht

00:20:14: und da hatten eben die Beschäftigten auch angegeben,

00:20:17: dass vor allen Dingen die Gerechtigkeit,

00:20:19: aber direkt dann danach die Flexibilität aus ihrer Sicht

00:20:23: durch dieses selbstständige Erstellen des Dienstplans,

00:20:28: eben nicht,

00:20:28: dass es durch die Führungskraft so vorgegeben wird,

00:20:31: aus ihrer Sicht die Flexibilität erhöht hat.

00:20:35: Und beim Ausfallmanagement soll das eben dadurch passieren,

00:20:37: dass ich eben selber reingucken kann in dieser digitalen App,

00:20:42: die eben im Zuge unseres Projektes jetzt eingeführt wird.

00:20:45: Wann ist denn vielleicht nächste Woche noch ein extra Dienst frei?

00:20:49: Weil wenn ich gerade vielleicht Teilzeit beschäftigt bin,

00:20:52: ich habe aber das Gefühl von meiner privaten Situation,

00:20:54: könnte ich gerade mehr arbeiten,

00:20:56: auch wenn ich nicht dauerhaft aufstocken will,

00:20:58: kann ich dann immer in dieser Ausschreibungsbörse quasi gucken,

00:21:03: wie ich mir ganz flexibel sozusagen Dienste dazu buchen kann.

00:21:07: Und damit entlasse ich ja auch die Belegschaft,

00:21:09: dass die gar nicht erst kontaktiert werden

00:21:11: oder auch die Führungskraft,

00:21:12: das war auch interessant,

00:21:13: dass eben nicht nur das Erreichtwerden belastet,

00:21:17: sondern auch gerade die Führungskraft sich belastet fühlt,

00:21:20: weil sie eben Leute anrufen muss.

00:21:22: Ja, das stimmt.

00:21:23: Und dadurch reduziert werden,

00:21:28: weil wenn die Beschäftigten selber kommen,

00:21:29: dann fällt das natürlich weg.

00:21:33: Ja, das ist wahr.

00:21:36: Das ist ja nicht nur derjenige, der angerufen wird,

00:21:38: sondern ja auch die Führungskraft,

00:21:39: die die Anrufe tätigt.

00:21:40: Und keiner will ja unbedingt gerne jetzt absichtlich alle rausklingeln

00:21:46: und ich sage mal so Ausfälle dann auch regeln.

00:21:48: Da kann ich mir schon vorstellen,

00:21:49: dass das auch für Führungskräfte belastend ist.

00:21:52: Ja, ob gleich dann rausgekommen ist in ein paar ausgewählten Beispielmonaten,

00:21:56: dass gar niemand von zu Hause kommen musste und auch nicht aus dem Wohnen,

00:22:02: sondern dass überwiegend mit vorhandenem Personal gearbeitet wurde.

00:22:06: Also dass dann an dem Tag selber in den Wohnbereichen auf der Station geschaut wurde,

00:22:10: wer kann denn länger bleiben?

00:22:13: Weil das ist dann auch ein Problem vom Ausfallmanagement,

00:22:15: dass man ja nicht immer einen Dienst durch einen anderen Dienst ersetzen muss,

00:22:19: sondern dass es bestimmte Tätigkeiten häufig sind,

00:22:23: die nur ersetzt werden müssen.

00:22:24: Und dann ist das gar nicht der volle Stundenumfang,

00:22:27: sondern manchmal auch nur zwei, drei Stunden,

00:22:30: die durch eine Fachkraft abgedeckt werden müssen,

00:22:32: die von einer anderen Fachkraft, die vielleicht schon vor Ort ist,

00:22:36: die auch nicht einen vollen Tag hat,

00:22:39: sondern einfach zwei, drei Stunden dann hängen kann.

00:22:42: Und das sind dann auch recht gute Strukturen und Vorüberlegungen,

00:22:46: auf die wir DA aufbauen können,

00:22:47: die die Sozialhörerung schon vorher geschaffen hat,

00:22:50: eben aus dem Bedarf heraus,

00:22:52: dass eben in der Pflege so viel reguliert ist,

00:22:54: viele Anforderungen an Besetzung sind,

00:22:57: dass die Einrichtung da schon,

00:22:58: und da glaube ich, kann vielleicht die Industrie sogar was werden,

00:23:02: weil manchmal, wenn man nicht aus der Pflege kommt,

00:23:04: sag ich mal ganz salopp,

00:23:06: und darin forscht,

00:23:07: dann sieht man,

00:23:08: wie viele Regeln und Voraussetzungen es da gibt,

00:23:12: die es vielleicht in anderen Branchen gar nicht so gibt,

00:23:14: und die können damit doch noch arbeiten und flexibel sein.

00:23:18: Ja, und vielleicht könnte das auch andere inspirieren,

00:23:22: da geeignete Lösungsideen zu finden.

00:23:25: Ja, ich glaube,

00:23:26: also wir haben ja auch viel Schichtplanung,

00:23:28: auch in der Industrie,

00:23:30: und es ist ja ein spannender Gedanke,

00:23:32: zu sagen,

00:23:32: so jetzt macht nicht nur die Führungskraft die Schichtplanung,

00:23:36: und dann bekommt jeder Mitarbeiter das fertige Ergebnis,

00:23:38: sondern lass uns doch gemeinsam drausschauen,

00:23:41: also Betroffene zu Beteiligten machen,

00:23:43: und zu schauen,

00:23:44: wie können wir es so für alle lösen,

00:23:45: natürlich kriegt nicht jeder das,

00:23:46: was er sich wünscht,

00:23:47: das ist irgendwie Selbstreden,

00:23:49: aber wie,

00:23:50: lass uns doch gemeinsam schauen,

00:23:51: dass wir für jeden

00:23:52: irgendwie ein gutes Ergebnis rausholen,

00:23:54: oder jeder mal dran ist,

00:23:56: mit mehr oder weniger.

00:23:58: Und dieses Betroffene zu Beteiligten machen,

00:24:01: finde ich einen total guten Ansatz,

00:24:03: nicht nur bezogen jetzt auf das Thema,

00:24:05: ja,

00:24:06: mentale Erholung,

00:24:08: sondern eben auch generell.

00:24:09: Also,

00:24:10: das zeigt sich ja hier mal wieder,

00:24:11: dass das wieder funktioniert.

00:24:12: Ja.

00:24:14: Ja,

00:24:16: die hat nochmal beispielhaft,

00:24:17: Entschuldigung,

00:24:18: ausprobiert an Feiertagen,

00:24:21: um Weihnachten und Silvester heraus,

00:24:24: zum Beispiel,

00:24:24: den Dienstplan selbst zu schreiben.

00:24:26: Also nur in so kurzen Zeitintervallen,

00:24:29: weil die meisten wollen wahrscheinlich frei haben,

00:24:32: aber nicht alle,

00:24:33: und manche mögen ja auch gerne Zulagen bekommen,

00:24:35: und das weiß aber manchmal ja die Führungskraft nicht,

00:24:39: oder die Person,

00:24:40: die den Dienstplan erstellt,

00:24:41: und wenn selber dann ehrlich gesprochen wird,

00:24:44: ach, mir reicht auch ein halber Feiertag,

00:24:46: was auch immer,

00:24:46: dann findet man manchmal gute Lösungen,

00:24:49: vielleicht noch als Einwand.

00:24:51: Ich meine,

00:24:51: die ganzen guten Lösungen und Sonderregelungen,

00:24:53: die stürzen dann natürlich auch wieder,

00:24:55: dann auch wieder bei der Dienstplanerstellung aus.

00:24:58: Das haben wir gerade eben,

00:24:59: dieses,

00:25:00: dass man darüber diskutiert.

00:25:01: Ich glaube,

00:25:03: es wurde sichtbar,

00:25:04: es gibt 82 individuelle Vereinbarungen

00:25:06: zwischen Beschäftigten,

00:25:08: zum Thema Arbeitszeit,

00:25:09: damit es für jeden gut passend ist.

00:25:11: Ja,

00:25:12: also,

00:25:12: das ist dann auch sehr flexibel und individuell,

00:25:15: und dann,

00:25:16: wenn man dann,

00:25:19: also wir hatten ja immer die verschiedenen Werte,

00:25:22: Flexibilität,

00:25:23: Gerechtigkeit,

00:25:24: Transparenz,

00:25:25: nee,

00:25:26: Flexibilität,

00:25:28: Zuverlässigkeit

00:25:29: und Transparenz,

00:25:31: und die bedingen sich manchmal

00:25:33: oder beeinflussen sich dann wieder

00:25:35: wechselseitig,

00:25:35: dass eben die Transparenz

00:25:36: dann auch wieder,

00:25:38: ja,

00:25:39: sinken kann.

00:25:40: Ja,

00:25:41: das stimmt,

00:25:41: das stimmt.

00:25:42: Das,

00:25:43: es geht ja im Kern auch um,

00:25:46: nicht nur um

00:25:46: organisationale Resilienz,

00:25:49: sondern ja auch um Erholung.

00:25:51: Also,

00:25:51: Erholung,

00:25:52: und jetzt unterscheidet ihr,

00:25:54: glaube ich,

00:25:54: einmal die physische Erholung,

00:25:55: aber eben auch,

00:25:56: ganz explizit in eurem Projekt,

00:25:57: das Thema der mentalen Erholung.

00:26:00: Was versteht ihr ganz grundsätzlich

00:26:01: unter dem Thema mentale Erholung

00:26:03: und wie hat es sich entwickelt?

00:26:06: Ja,

00:26:12: ich glaube,

00:26:13: du fangst einfach mal an.

00:26:14: Wir haben bei Erholung einmal,

00:26:17: also,

00:26:18: da haben wir uns vor allen Dingen

00:26:19: auch dieses Distanzieren,

00:26:21: geistig abschalten von der Arbeit

00:26:23: und da haben wir

00:26:25: erst mal auf den Ebenen Erholung

00:26:27: während der Arbeit

00:26:28: und da beziehen wir uns

00:26:29: auf die Pause

00:26:30: und Erholung nach der Arbeit

00:26:32: und da beziehen wir uns dann

00:26:34: auf Ruhezeiten,

00:26:35: also auf Intervalle

00:26:36: zwischen den Liechten

00:26:37: und unterschieden

00:26:38: und wir haben jetzt vielleicht

00:26:39: ganz grob,

00:26:40: bevor Lena einhaken kann,

00:26:41: gedacht,

00:26:42: dass man oft darüber spricht,

00:26:44: was man,

00:26:44: wie man im Rahmen von Arbeitszeit

00:26:47: Arbeit gestalten kann

00:26:49: und dass dazwischen ist

00:26:50: so ein individuelles Ding,

00:26:52: dass da jeder selbstverantwortlich für ist

00:26:54: und dass das aber häufig,

00:26:55: wenn man mehr Flexibilität

00:26:57: und mehr Freiheit ermöglicht,

00:26:59: vielleicht auch

00:27:01: doch noch Hilfestellung braucht,

00:27:02: wie man,

00:27:03: ja,

00:27:05: dass man die Erholung

00:27:06: nicht dem Beschäftigten

00:27:07: selbst überlässt

00:27:08: und da wollten wir dann hingucken

00:27:09: und ein paar Tipps geben.

00:27:11: Also,

00:27:11: wenn ich zehn Stunden Netflix gucke,

00:27:14: ist es was anderes,

00:27:15: bin ich anders mental erholt,

00:27:16: als wenn ich vielleicht

00:27:17: eine Runde Fahrrad fahre,

00:27:18: was Gesundes koche

00:27:19: und ausrechtsschlafe.

00:27:21: Ja,

00:27:24: wobei wir sozusagen

00:27:26: jetzt nicht angefangen haben,

00:27:27: irgendwie Tipps

00:27:28: für die Lebensführung zu geben.

00:27:30: Ich glaube,

00:27:31: wir fanden einfach wichtig,

00:27:32: dass das deutlich wird,

00:27:34: dass es,

00:27:35: wenn wir von,

00:27:36: ja,

00:27:38: mentaler Erholung

00:27:39: und vor allen Dingen,

00:27:39: ja,

00:27:40: wir haben es ja noch ein bisschen

00:27:40: enger gehalten

00:27:41: und eigentlich über

00:27:42: Distanzierfähigkeit von Arbeit

00:27:44: gesprochen,

00:27:46: also in Anlehnung

00:27:48: an das Konstrukt Detachment,

00:27:49: und das ist sozusagen,

00:27:52: wenn die Arbeit,

00:27:53: wenn man gerade nicht arbeitet,

00:27:54: dass es in irgendeiner Form

00:27:56: eine Erholung

00:27:57: dieser Beanspruchung

00:27:59: durch die Arbeit gibt.

00:28:00: Also,

00:28:01: dass man versucht,

00:28:02: in irgendeiner Form

00:28:03: inhaltlich

00:28:04: oder auch von den Gedanken her

00:28:07: mental Abstand zu bekommen.

00:28:09: Und das haben wir gesagt,

00:28:11: dass das sozusagen

00:28:12: einmal eine Rolle spielt

00:28:13: in Pausen,

00:28:14: dass man da Abstand gewinnt

00:28:16: zur Arbeit

00:28:16: und erholt

00:28:17: und vielleicht auch

00:28:18: dann,

00:28:19: ja,

00:28:20: bestimmte Coping-Strategien

00:28:22: anwenden kann

00:28:23: und aber gleichzeitig

00:28:25: auch zwischen der,

00:28:26: zwischen den Arbeitseinsätzen.

00:28:28: Und dafür haben wir einfach

00:28:30: das in dem,

00:28:31: in dem Artikel

00:28:32: aufgearbeitet,

00:28:33: weil wir das Gefühl hatten,

00:28:34: innerhalb der,

00:28:35: dieses Praxis

00:28:37: des Kurses

00:28:38: in dem Projekt,

00:28:39: dass das Thema

00:28:40: gerade nach der Arbeit

00:28:41: irgendwie so ganz

00:28:42: aus der Verantwortung

00:28:43: natürlich der,

00:28:44: der Unternehmen herausfällt

00:28:46: oder der Einrichtung,

00:28:47: was ja auch richtig ist.

00:28:48: Aber ich glaube,

00:28:48: wir müssen Beschäftigte

00:28:51: schon dafür sensibilisieren,

00:28:52: dass auch das einen Wert hat,

00:28:54: sich sozusagen zu erholen

00:28:56: von Arbeit

00:28:56: und Distanz zu gewinnen.

00:28:58: Könnt ihr da,

00:29:00: könnt ihr,

00:29:00: könnt ihr,

00:29:01: könnt ihr,

00:29:02: könnt ihr,

00:29:02: Beispiel nennen?

00:29:02: Also was das zum Beispiel ist,

00:29:04: was ihr denen mitgegeben habt,

00:29:06: vielleicht auch gezeigt habt.

00:29:08: Was sind das so

00:29:09: für,

00:29:09: für Möglichkeiten,

00:29:11: wie ich auch Distanz

00:29:12: zum Beispiel zur Arbeit

00:29:13: aufbauen kann

00:29:13: nach meiner Arbeit?

00:29:14: Vielleicht nur ein Beispiel.

00:29:17: Also gerade mit Digitalisierung

00:29:19: entsteht ja der Eindruck,

00:29:20: man kann immer und überall arbeiten

00:29:22: und das ist ja erstmal

00:29:25: keine Selbstverständlichkeit,

00:29:26: dass man Beschäftigten sagt,

00:29:27: dass man das zwar kann,

00:29:27: aber dass das nicht gut ist,

00:29:29: wenn man immer und überall arbeiten kann

00:29:30: und gerade das mobile Arbeiten,

00:29:33: das wurde halt vielfach

00:29:34: von den Beschäftigten

00:29:35: so empfunden,

00:29:36: dass man nach der Arbeit

00:29:38: mal endlich etwas

00:29:39: in Ruhe abarbeiten kann

00:29:40: und da sagt man,

00:29:42: ja,

00:29:42: das ist so ungewöhnlich

00:29:43: für uns in der Pflege,

00:29:44: dass man mal ungestört

00:29:45: arbeiten kann.

00:29:46: Aber das meint ja eigentlich,

00:29:48: dass man nach dem Dienst,

00:29:49: während seiner eigentlichen

00:29:51: Ruhezeit des Arbeitsschutzgesetzes,

00:29:53: etwas in Ruhe arbeitet.

00:29:55: Und das kann natürlich

00:29:57: niemand verbieten,

00:29:57: aber ich glaube,

00:29:58: unsere Aufgabe bestand

00:29:59: eher darum,

00:30:00: dafür zu sensibeln,

00:30:01: dass eben diese Freiheiten,

00:30:03: die durch Technik

00:30:04: und vielleicht auch

00:30:04: das Okay des Betriebs kommen,

00:30:07: vielleicht auch kurzfristig

00:30:09: gut tun,

00:30:10: toll sind,

00:30:11: aber vielleicht langfristig,

00:30:13: aber da ist ja die Studienlage

00:30:15: im Hinblick auf unsere aktuellen

00:30:16: Verhältnisse

00:30:17: noch gar nicht hinreichend

00:30:18: angepasst worden.

00:30:19: Aber wir verstehen uns so,

00:30:21: dass wir darauf hinweisen,

00:30:22: dass es ja Ruhezeiten

00:30:23: und Regenerationzeit

00:30:25: nicht umsonst gibt,

00:30:25: dass sie einen Zweck erfüllen

00:30:27: und dass man da sensibel für ist

00:30:28: und auch Führungskräfte

00:30:29: dafür sensibel sind,

00:30:31: dass das nicht so ein ganz freier Raum ist

00:30:35: und vielleicht mittel- oder langfristig

00:30:38: da doch dann Erschöpfung droht.

00:30:40: Okay, verstehe.

00:30:43: Ja, das kann ich mir schon vorstellen,

00:30:45: dass das natürlich,

00:30:46: wenn ich dann quasi mal

00:30:48: eine Ruhezeit habe

00:30:49: und das ist eigentlich eine Ruhezeit,

00:30:51: aber die Aufgaben müssen ja

00:30:52: trotzdem gemacht werden

00:30:54: und erledigt werden,

00:30:54: dass sich dann auch sowas

00:30:57: an vielen Stellen ergibt.

00:30:59: Ja, wir hatten da so eine Veranstaltung

00:31:01: zum mobilen Arbeiten

00:31:02: mit unserer Gruppe,

00:31:03: aber auch noch anderen Einrichtungen,

00:31:05: die das schon erproben

00:31:06: und da war dann ein Thema

00:31:08: unter den Führungskräften,

00:31:09: wie stoppe ich meine Mitarbeiter

00:31:11: im Flow?

00:31:11: Weil die dann zu Hause

00:31:13: sich so freuen,

00:31:14: dass sie endlich in Ruhe

00:31:15: da ihre Konzepte ausarbeiten können

00:31:17: und ja,

00:31:18: das ist dann auch eine gute Frage,

00:31:22: wie stoppt man motivierte Mitarbeiter?

00:31:24: Ohne sie zu demotivieren.

00:31:26: Ja, genau.

00:31:27: Ja, okay.

00:31:29: Ihr habt eben schon angesprochen,

00:31:31: dass ihr auch immer wieder

00:31:32: Feedback schleifen habt.

00:31:35: Wie habt ihr das

00:31:37: über den kompletten Projektzeitraum gestaltet,

00:31:40: sodass ihr immer

00:31:40: auch einen guten Stand darüber habt?

00:31:42: Funktioniert das,

00:31:43: was wir gerade gemacht haben?

00:31:44: War diese Maßnahme erfolgreich?

00:31:46: Kommt das gut an

00:31:47: mit der Schichtplanung im Team?

00:31:50: Funktioniert das mobile Arbeiten?

00:31:52: Wie habt ihr sichergestellt,

00:31:53: dass ihr jetzt auch über die letzten

00:31:54: ja, anderthalb Jahre,

00:31:55: sind es ja beinahe, glaube ich,

00:31:57: ja, anderthalb Jahre

00:31:58: oder ein bisschen länger schon

00:31:59: auch einfach ein gutes Projekt gestaltet habt?

00:32:01: Ich glaube,

00:32:03: dadurch,

00:32:03: dass man diese Experimentierräume hat,

00:32:05: also diese Methode anwendet,

00:32:07: glaube ich,

00:32:08: dass man recht eng

00:32:09: ja in einem,

00:32:10: ja, in einer Gruppe ist,

00:32:13: die sich auch regelmäßig trifft

00:32:14: und darüber austauscht.

00:32:15: Ich glaube,

00:32:15: das ist wichtig,

00:32:16: dass Führungspersonen

00:32:18: und Beschäftigte

00:32:20: dann in einen intensiven Austausch gehen

00:32:23: und bei uns war es so,

00:32:24: dass wir die verschiedenen

00:32:25: Experimentierräume hatten,

00:32:27: also sozusagen auch immer

00:32:28: eine wissenschaftliche Begleitung,

00:32:30: die halt das auch flankiert hat,

00:32:32: die sich mit den Leuten getroffen hat.

00:32:33: Dann haben wir zum Beispiel

00:32:35: beim mobilen Arbeiten

00:32:36: mit Reflektionsbögen gearbeitet.

00:32:38: Beim Dienstplanung im Team

00:32:40: haben wir auch so Reflektionstreffen gemacht.

00:32:42: Ich finde halt immer wichtig,

00:32:44: dass man das Thema Kommunikation

00:32:46: nicht so mega hoch hängt

00:32:48: und immer nur Richtung Mitarbeitenden,

00:32:49: Befragungen geht

00:32:50: oder irgendwie ganz, ganz groß

00:32:52: und ich glaube,

00:32:52: es geht viel darum,

00:32:53: niedrigschwelligen Austausch

00:32:54: zu ermöglichen

00:32:55: und eher kurze Meetings,

00:32:57: also dass man eher regelmäßiger spricht

00:33:00: und hineinhört

00:33:02: in die Gruppe der Beschäftigten,

00:33:05: anstatt jetzt einmal

00:33:07: den Rundumschlag zu machen

00:33:08: und das haben wir da

00:33:09: auch eigentlich beherzigt

00:33:10: und ich glaube,

00:33:10: das ist auch gut anwendbar

00:33:11: für andere Organisationen,

00:33:13: egal in welcher Branche.

00:33:14: Ja, wir treffen uns zum Beispiel montags,

00:33:18: jeden Montag online

00:33:19: mit der Sozialholding

00:33:20: und Vertretern

00:33:21: aus allen drei Exmontierräumen

00:33:23: um Viertel nach zehn

00:33:24: und manchmal geht es auch noch

00:33:25: bis 20 nach zehn,

00:33:26: dann sagen wir einfach,

00:33:27: heute ist nichts

00:33:27: und manchmal geht es länger,

00:33:29: aber wenn man sich jeden Montag trifft,

00:33:31: wir haben auch die,

00:33:33: manchmal den Eindruck,

00:33:34: dass die das auch motiviert,

00:33:35: weil die wollen ja dann,

00:33:36: werden ja montags auch gefragt,

00:33:38: was so anlag

00:33:39: und dann,

00:33:40: wenn man sich regelmäßig austauscht,

00:33:41: das steckt ja auch die Kontinuität.

00:33:44: Okay.

00:33:45: Jetzt habt ihr ja noch ein bisschen Zeit,

00:33:49: bis das Projekt ganz zu Ende ist,

00:33:50: aber wenn ich euch jetzt fragen würde,

00:33:51: was ist so die Kern,

00:33:55: das Kernergebnis

00:33:58: oder die Kernerkenntnis

00:33:59: aus eurem Projekt,

00:34:00: was ihr gemacht habt

00:34:01: die letzten anderthalb Jahre,

00:34:02: was nehmt ihr daraus mit

00:34:04: und was sind vielleicht dann auch Themen,

00:34:06: die sich weiterentwickeln lassen,

00:34:08: die vielleicht auch noch weiterentwickelt werden,

00:34:10: die auch vielleicht

00:34:10: in einem zweiten Projekt

00:34:11: untersucht werden,

00:34:13: Was ist das so aus eurer Sicht?

00:34:14: Naja, also ich glaube,

00:34:19: dass, also dadurch,

00:34:20: dass es noch ein bisschen läuft,

00:34:21: gibt es verschiedene Sachen.

00:34:22: Wir haben einmal in dem Projekt

00:34:24: bestimmte Transferleistungen,

00:34:27: die wir auch schon im Antrag festgelegt haben.

00:34:29: Das ist einmal,

00:34:30: dass es Betriebs-,

00:34:31: also Vorschläge für Betriebsvereinbarungen geben soll

00:34:34: für den Bereich flexibles Arbeiten.

00:34:36: Dann wollen wir diese Methode,

00:34:39: Experimentierraum auch nochmal verdeutlichen

00:34:42: und dazu ein kleines Papier schreiben,

00:34:44: weil wir glauben,

00:34:44: dass das eine gute Möglichkeit ist,

00:34:46: egal in welcher Branche,

00:34:48: einfach sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

00:34:51: Und thematisch würde ich sagen,

00:34:53: dass, also Laura und ich, glaube ich,

00:34:55: weiterhin an diesem Thema Distanzierfähigkeit

00:34:57: so ein bisschen dranbleiben.

00:34:59: Das finden wir, glaube ich,

00:35:00: schon auch spannend zu gucken,

00:35:01: was macht das sozusagen,

00:35:03: Flexibilisierung und auch Zuverlässigkeit

00:35:05: mit dem Gefühl,

00:35:06: halt zwischendurch auch Distanz zu haben.

00:35:09: Aber was wir jetzt zum Beispiel auch ganz aktuell

00:35:12: im nächsten Monat veröffentlichen,

00:35:14: ist nochmal sich anzugucken,

00:35:16: auf welchen Ebenen finden denn eigentlich

00:35:18: solche Vereinbarungen zur Arbeitszeitflexibilisierung statt?

00:35:21: Und ich glaube,

00:35:22: dass das auch nochmal wichtig ist zu überlegen,

00:35:24: gibt es eigentlich viele individuelle Vereinbarungen

00:35:26: und was machen diese individuellen Vereinbarungen

00:35:30: eigentlich mit dem Team?

00:35:30: Oder gibt es halt viel eher Betriebsvereinbarungen

00:35:35: oder Haustarifverträge

00:35:37: oder andere Vereinbarungen

00:35:39: zwischen Geschäftsführung und Interessensvertretung?

00:35:42: Und was macht das sozusagen mit den Beschäftigten,

00:35:45: dass man da nochmal unterscheidet

00:35:47: und auch zukünftig schaut,

00:35:51: wie kann man Organisationen

00:35:52: auf der einen Seite Orientierung geben,

00:35:55: auf der anderen aber auch irgendwie Offenheit,

00:35:57: sich dann eigene Lösungen zu entwickeln.

00:36:00: Und ich glaube,

00:36:01: wenn man jetzt nochmal auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz guckt,

00:36:04: da finde ich es nochmal spannend,

00:36:06: halt wirklich passen unsere Arbeits- und Schutzvorschriften

00:36:10: eigentlich noch zu dem,

00:36:11: was in den Organisationen los ist.

00:36:14: Ich weiß nicht auch,

00:36:15: was du da für Erfahrungen hast,

00:36:18: aber wir merken,

00:36:19: dass da schon durchaus das zwischendurch quietscht,

00:36:21: weil halt,

00:36:22: so wie gerade eben beim mobilen Arbeiten beschrieben,

00:36:24: da einfach verschiedene Interessenslagen aufeinanderstoßen.

00:36:29: Ja, das glaube ich auch, ja.

00:36:31: Laura, willst du noch einen Punkt ergänzen

00:36:35: oder aus deiner Sicht?

00:36:36: Nö.

00:36:40: Nee, ergänzen vielleicht nicht,

00:36:42: nur nochmal stark machen.

00:36:43: Also wir haben ja auch in unserem Beirat

00:36:45: Beschäftigte aus der Baueraum

00:36:49: und sind da im engen Austausch

00:36:50: und das ist ja wirklich die Frage.

00:36:52: Das haben wir auch bei uns am Workshop gesehen.

00:36:54: Also die bestehenden Untersuchungen

00:36:57: beziehen sich ja darauf,

00:36:58: dass zum Beispiel so Belastungen

00:37:00: wie Wege von und zur Arbeit

00:37:02: gar nicht berücksichtigt werden

00:37:04: und dann diese,

00:37:05: also wo mal bestimmt wurde,

00:37:06: wie viel Ruhe und Regenationszeit

00:37:08: brauchen Menschen denn?

00:37:10: und da sehen wir immer wieder,

00:37:13: das wäre noch spannend,

00:37:14: also je nachdem,

00:37:15: wie sich die Arbeitswelt

00:37:16: und die Arbeitsgestaltung entwickeln,

00:37:18: wird es da wahrscheinlich nochmal

00:37:19: vielleicht Veränderungen geben müssen.

00:37:21: und das wollen wir natürlich weiter begleiten.

00:37:23: Und ja.

00:37:24: Okay.

00:37:26: Jetzt habt ihr ja die letzten anderthalb Jahre

00:37:29: sehr erfolgreich auch dieses Projekt gestaltet.

00:37:31: Was würdet ihr den Multiplikatoren

00:37:35: oder vielleicht auch Fachkräften

00:37:36: für Arbeitssicherheit mitgeben,

00:37:38: die sagen,

00:37:38: Mensch, das ist schon auch ein Thema bei uns.

00:37:40: Wir müssen das Thema flexibles Arbeiten

00:37:43: oder Flexibilisierung der Arbeitszeit

00:37:45: in irgendeiner Art und Weise mal angehen.

00:37:48: Was würdet ihr denen empfehlen?

00:37:49: Ja.

00:37:51: Ja, also ich glaube,

00:37:55: es ist halt wichtig,

00:37:55: dass ein bisschen anschließend daran,

00:37:57: was gerade eben auch schon gesagt wurde,

00:37:59: dass das deutlich wird,

00:38:01: es geht hier nicht darum,

00:38:02: welche Arbeitsschutz- und Gesundheitsschutzmaßnahmen

00:38:07: zu unterlaufen,

00:38:08: sondern ich glaube,

00:38:10: es braucht einen Dialog in den Organisationen darüber,

00:38:12: was wie Arbeit sozusagen zukünftig gestaltet sein soll,

00:38:15: damit sie gesundheitsorientiert gestaltet ist,

00:38:18: damit wir ja auch Fach- und Arbeitspotenziale heben können,

00:38:22: die jetzt vielleicht,

00:38:23: weil sie Sorgeverpflichtungen nachgehen

00:38:25: oder andere Verpflichtungen haben,

00:38:28: wie wir sie trotzdem in Beschäftigung bringen

00:38:31: und ihnen aber die Möglichkeit geben,

00:38:32: das flexibel zu tun,

00:38:34: aber auch zuverlässig,

00:38:35: sodass sie nicht irgendwie in Angst leben

00:38:37: um Beschäftigung oder Erwerbsarbeit.

00:38:40: Und ich glaube,

00:38:42: dass es wirklich darum geht,

00:38:44: anzufangen und den Beschäftigten zuzuhören,

00:38:46: weil wenn ich, glaube ich,

00:38:47: eins sagen kann,

00:38:48: so ganz als Lessons learned,

00:38:52: ist schon,

00:38:52: dass ich finde,

00:38:53: dass die Antworten

00:38:55: bei unserem Praxispartner

00:38:57: schon auch gut vorhanden waren.

00:38:58: Also,

00:38:59: dass es Zeit braucht,

00:38:59: sich damit zu beschäftigen,

00:39:01: aber dass es jetzt nicht

00:39:02: irgendwelche Raketenwissenschaft ist,

00:39:05: sondern dass die Organisationen,

00:39:05: wenn sie ihren eigenen Beschäftigten zuhören

00:39:08: und im Experimentierraum

00:39:09: das vielleicht mal ausprobieren,

00:39:11: da auch viele Lösungen schon da sind

00:39:14: und man jetzt nicht

00:39:15: Modell XY,

00:39:16: was es unseres Erachtens nicht gibt,

00:39:18: umsetzen muss.

00:39:19: Ja, okay.

00:39:21: Das ist spannend.

00:39:23: Ja,

00:39:24: wir haben, glaube ich,

00:39:25: auch wieder gesehen,

00:39:26: dass es,

00:39:27: wie bei vielen Projekten,

00:39:28: egal ob man jetzt Arbeitszeit,

00:39:29: Digitalisierung oder irgendwas anderes draufschreibt,

00:39:31: auch um Verständnis

00:39:33: der einzelnen Tätigkeiten geht,

00:39:35: wann wird was von wem ausgeführt

00:39:38: und wenn man das weiß,

00:39:39: und das klingt so banal,

00:39:40: was wissen aber Organisationen

00:39:42: im Allgemeinen,

00:39:42: manchmal nicht im Kleinsten,

00:39:43: dann kann man vieles auch gut gestalten,

00:39:46: flexibel machen und verschieben,

00:39:48: aber die Unwesenheit

00:39:49: über das Zusammenspiel

00:39:50: der einzelnen Tätigkeiten

00:39:52: die erschwert manchmal Veränderungen.

00:39:55: Und das hat man dann auch,

00:39:57: oder auch wer spricht mit wem,

00:40:00: welche Informationen muss von wem zu wem fließen,

00:40:02: damit etwas anders organisiert werden kann.

00:40:04: Ja, da halt eher auf Tätigkeiten

00:40:08: manchmal zu schauen,

00:40:09: als auf das Untersuchungsfeld,

00:40:11: das vielleicht als allgemein heißt.

00:40:14: Ich glaube, das ist auch ein guter Punkt auch.

00:40:16: Ich muss schon auch das kennen,

00:40:19: worüber ich nachher spreche

00:40:20: und auch das kennen,

00:40:21: was ich versuche,

00:40:21: weiterzuentwickeln.

00:40:24: Ansonsten sind das sicherlich keine Lösungen,

00:40:26: die dann auch zur Organisation,

00:40:27: zu den Mitarbeitern,

00:40:29: zu der Kommunikation passend sind.

00:40:33: Ja, vielen Dank.

00:40:34: Vielen Dank, dass ihr dieses spannende Thema

00:40:37: hier einmal vorgestellt habt.

00:40:39: Ihr habt ja dann noch ein paar Monate auch Zeit,

00:40:42: da bin ich mal ganz gespannt,

00:40:43: was so das Endergebnis auch sein wird.

00:40:46: Ich werde das auf jeden Fall weiterhin verfolgen,

00:40:48: weil ich das sehr, sehr spannend finde,

00:40:49: auch über diesen Ansatz einmal zu gehen

00:40:51: und dort auch einen starken Fokus darauf zu setzen,

00:40:55: die Mitarbeiter mit einzubeziehen

00:40:57: in diese Gestaltung

00:40:58: oder in die Flexibilisierung der Arbeitszeiten.

00:41:00: Vielen Dank, dass ihr da wart

00:41:02: und euch auf jeden Fall weiterhin ganz viel Erfolg

00:41:06: für die Beendigung des Forschungsprojektes.

00:41:08: Dankeschön.

00:41:09: Ja, danke auch.

00:41:11: Vielen Dank.

00:41:11: Danke.

00:41:13: Vielen Dank, dass du heute wieder dabei warst.

00:41:17: Wenn dir gefallen hat,

00:41:18: was du heute gehört hast,

00:41:19: dann war das nur die Kostprobe.

00:41:21: Willst du wissen,

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Über diesen Podcast

Wandelwerker ist Dein Podcast für innovative und ganzheitliche Ideen und Konzepte im Arbeitsschutz. Im ersten deutschen Arbeitsschutz Podcast findest du Impulse und Lösungen für die Gestaltung des Arbeitsschutzes in deinem Unternehmen – egal ob du Führungskraft, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Sicherheitsingenieur, Sicherheitsbeauftragter oder Mitarbeiter bist.

Es erwarten Dich aktuelle Themen und Diskussionen rund um den Arbeitsschutz, Experteninterviews und Best Practices Lösungen für eine gelebte Sicherheitskultur in Deinem Unternehmen.

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